Entdeckung der Wasserkur

Am 16. November 1849 unternahm Sebastian Kneipp einen waghalsigen Selbstversuch, der zum lebensverändernden Schlüsselerlebnis wurde: Er lief keuchend zur Donau, riss sich die Kleider vom Leib und tauchte, erhitzt wie er war, bis zum Hals in das eiskalte Wasser ein, zählte bis drei, stieg wieder heraus, zog sich an, und rannte so schnell er konnte zurück nach Hause.
Das Ergebnis war erstaunlich: Kneipp fühlte sich zunehmend frischer und gesünder, so dass er das Experiment nach drei Tagen wiederholte. Und wieder stellte sich ein stärkendes, erfrischendes Wohlbefinden ein. Von diesem Zeitpunkt an nahm er zwei- bis dreimal pro Woche ein kurzes Bad in der eiskalten Donau. Ergänzend dazu verabreichte er sich selbst Halbbäder und Güsse.
Dies war im Grunde die Geburtsstunde der Kneippschen Wasserkur: Zuerst durch körperliche Anstrengung den Körper erwärmen, dann einen sehr kurzen Kaltreiz setzen, sich anschließend nicht abtrocknen und sofort den Körper durch körperliche Anstrengung wieder erwärmen.
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